Christina Perri - "Lovestrong"
CD-Check

Christina Perri - "Lovestrong"

Wenn Sie an die Traumfabrik Hollywood denken, kommen Ihnen sicher zuerst die großen Stars in den Sinn. Die meisten jungen Talente in Hollywood führen aber ein Leben abseits von all diesem Glamour. Wer davon träumt, in Los Angeles ganz groß rauszukommen, schlägt sich oft als Kellner oder Kellnerin in einem der vielen Kaffeeläden durch und in der Regel bleibt es dabei, Bestellungen von Latte Macchiato, Cafe Mokka oder Espresso entgegenzunehmen. Auch die amerikanische Sängerin Christina Perri verdiente so ihren Lebensunterhalt, als über Nacht all ihre Träume wahr wurden. Der 30. Juni 2010 war ihr Schicksalstag. An diesem Abend spielte sie vor einem TV Publikum in einer Promi-Tanzshow den selbstkomponierten Song „Jar Of Hearts“, und das nur weil ihre beste Freundin klammheimlich eine Demo CD an den Produzenten geschickt hatte. 24 Stunden später war das Lied über ein bitteres Ende einer Beziehung auf Platz 1 der amerikanischen Download-Charts und „Christina Perri“ für einige Stunden der meistgesuchte Begriff im Internet.

 

Das klingt irgendwie alles zu schön um wahr zu sein, eben wie eine typische Aschenputtel- Geschichte. Denn ähnlich wie im Märchen war auch das Leben von Christina Perri oft davon gezeichnet, sich durchbeißen zu müssen. Aufgewachsen in der amerikanischen Stadt Philadelphia entdeckte sie bereits als Dreijährige ihr Talent fürs Singen. Als Tochter italienischer Katholiken war sie erst im Kirchenchor, dann Mitglied in verschiedenen Theatergruppen und letztlich auch im Schulchor. Doch als außergewöhnliches Talent fiel sie dort nie auf. Im BB RADIO Interview erzählte Christina uns, dass sie eher als etwas merkwürdig abgestempelt wurde – besonders von ihren Schulkameraden. „In Amerika haben alle Kinder auf ihren Schulbroten Erdnussbutter mit Traubengelee. Da mein Vater aus Italien kam, gab es bei mir oft Pasta oder Fisch zu essen. Ich war halt nie dieses coole Kind, da ich halt immer dieses europäische Essen dabei hatte.“ Auf der Highschool traf sie dann mit 15 ihre erste große Liebe. Die Beziehung hielt aber leider nicht allzu lange und Christina blieb mit all ihren Gefühlen alleine zurück. Diese Erfahrung vom Ende einer starken emotionalen Bindung zu einer anderen Person hat sie stark geprägt und brachte ihr großes künstlerisches Talent vielleicht erst so richtig ans Tageslicht: sie schrieb Gedichte, später dann ihr erstes Lied und entdeckte damit eine neue Liebe – die für das Schreiben von Songs.

Diese Leidenschaft brachte ihr schließlich sogar ein Stipendium für eine Kunsthochschule ein. Sie entschied sich aber einen anderen Weg einzuschlagen, sturköpfig wie sie als Tochter eines Italieners eben war. Nach ihrem Highschool-Abschluss durchquerte sie für ein Jahr Europa und begab sich auf die Spuren ihrer Vorfahren. Danach zog es sie ins sonnige Kalifornien, wo ihr dann nach vier Jahren als Kellnerin und Café-Managerin in Los Angeles im Sommer 2010 der große musikalische Durchbruch gelang.

 

© Francois Bertheir
Christina Perri

In Amerika, Großbritannien, Irland und Australien erreichte Christina Perri mit ihrem Album „Lovestrong.“ jeweils eine Top Ten Platzierung in den Charts. Jetzt gibt es die Platte mit zwölf tollen Poprock-Songs auch bei uns. Die Lieder erzählen Geschichten von vielen persönlichen Erlebnissen der Sängerin und behandeln im weitesten Sinne ein großes Thema: „Egal ob es nun um die Beziehung zwischen mir und jemand anderes geht, oder um die persönliche Beziehung zu mir selbst, oder ganz abstrakt zu der Beziehung zwischen mir und Einsamkeit – mir war es wichtig, sich mit all den wichtigen Komponenten des Lebens auseinanderzusetzen. Dadurch habe ich für mich erkannt, dass ich eine Gabe habe, durch meine Songs eine ganz spezielle Bindung zu meinen Fans aufzubauen.“

 

Spannend wird es aber auch, wenn Christina ausnahmsweise mal das Zwischenmenschliche beiseite lässt. In „Arms“ zum Beispiel erzählt sie von einer Stimmbandentzündung, die bei ihr kurz vor einer kleinen Tournee (mit dem amerikanische Musiker Jason Mraz) diagnostiziert wurde. Eine Woche lang durfte sie weder reden noch singen. Diese Alptraum-Situation hat die Künstlerin zu einer recht optimistisch klingenden Pophymne inspiriert. Christina Perri ist an sich eine klassische Singer-/Songwriterin. Sie orientiert sich ein wenig an dem Sound, den Künstler wie Jack Johnson oder Milow auch bei uns populär gemacht haben. Sie selbst setzt sich dabei gerne ans Piano (im Gegensatz zu ihren Gitarre-spielenden Kollegen). Darüberhinaus arrangiert sie ihre Songs deutlich bombastischer, was dann manchmal sehr rockig klingen kann.



Christina Perri lädt mit ihrem Debüt vor allem dazu ein, in eine gefühlvolle Welt einzutauchen. Wenn Sie vom Alltagsstress abschalten wollen, können wir Ihnen „Lovestrong.“ wärmstens empfehlen. Einziger Wehrmutstropfen: der Song „A Thousand Years“, den die Sängerin für den Soundtrack zum ersten Teil des Finales vom „Twillight“- Vampirepos geschrieben hat, ist bislang nicht auf der Platte zu finden.

 

Anspieltipps:
"Jar Of Hearts"

nach dem Ende ihrer Beziehung versuchte ein Ex-Freund, Christina Perri wieder zurückzubekommen. Der Schmerz saß aber viel zu tief und dieses Gefühl besingt sie in dieser gefühlvollen und sarkastisch gemeinten Ballade. (Ironischerweise versuchte übrigens der Zurückgewiesene nach dem Erfolg des Songs sogar Kapital aus der Geschichte zu machen.)

"Bang, Bang, Bangt"der wohl ultimative Schluss-Mach-Song. In diesem fast schon rockig anmutenden Track beschreibt die amerikanische Sängerin, sämtliche typischen Fehler die Jungs in einer Beziehung machen können
"Penguin"

eines der letzten Lieder, das für das Album entstanden ist. In diesem sehr ruhigen Stück beschreibt Perri die ersten großen Gefühle, die man in einer frischen Liebe erlebt

 

 

Und so bewertet R. Starosta aus Neiße-Malxetal die CD:

Das Album von Christina Perri ist rundum gelungen. Von zart bis rockig ist alles dabei und immer im Vordergrund: Ihre Wahnsinns-Stimme.