Sunrise Avenue - "Out Of Style"
CD-Check

Sunrise Avenue - "Out Of Style"

Finnland ist das Land der tausend Seen, die Heimat eines großen Handyherstellers, aber auch der Ausgangspunkt für das größte finnische Rockmärchen der letzten Jahre: schon 2002 taten sich Sunrise Avenue zusammen, aber der Stein wollte erst nicht so recht ins Rollen kommen. Über 100 Demos schickten sie an verschiedene Plattenfirmen und Produzenten, alles ohne Erfolg. Doch sie ließen sich nicht entmutigen und erspielten sich mit vielen Auftritten in allen möglichen Bars und Clubs Finnlands eine treue Fangemeinschaft. Ihr wohl größter Anhänger war sogar so von ihnen überzeugt, dass er sein Haus verkaufte, um mit dem Erlös die erste Platte der Rockband zu finanzieren. So kam zu guter letzt dann auch noch ein Deal mit der Plattenfirma EMI zustande, die 2006 endlich das Album „On The Way To Wonderland“ von Sunrise Avenue veröffentlichte.

Mittlerweile hat die Band weit über 500.000 Stück von ihrem Erfolgs-Debüt und dem Nachfolger „Popgasm“ verkauft und ausverkaufte Tourneen in ganz Europa gespielt. Ihre Singles „Fairytale Gone Bad“, „Choose To Be Me“ oder „The Whole Story“ haben sich zu Dauerbrennern in den Radio-Stationen entwickelt. Auf dieser Erfolgswelle wollen die Musiker weiter mitschwimmen. Wo andere Bands nach zwei äußerst erfolgreichen Alben eine kreative Auszeit einläuten, scheinen Sunrise Avenue jetzt erst richtig Blut geleckt zu haben. Gerade mal ein dreiviertel Jahr nach dem Erscheinen eines Accoustic Albums steht jetzt bereits ein komplett neues Werk in den Regalen der Plattenläden.

 

© Ville Akseli Juurikkala
Sunrise Avenue

Für ihre dritte Studio-CD „Out Of Style“ wollten Sunrise Avenue eigentlich mit amerikanischen Songwritern zusammenarbeiten. Sänger Samu Haber ist dafür extra für ein paar Wochen nach Los Angeles geflogen, um sich mit einigen der besten Komponisten der Welt zu treffen. Doch die Chemie stimmte einfach nicht. Ausgelaugt und müde entstanden am letzten Abend auf einem Hotel-Balkon in Hollywood dann doch die ersten Zeilen für das Album: „Bye Bye Hollywood Hills“, die Zeilen zum Refrain der gleichnamigen Hit-Single . Und plötzlich war die Marschrichtung klar – mit der neuen Platte „Out Of Style“ wollen Sunrise Avenue nahtlos an ihr Erfolgsrezept anknüpfen: Rock trifft auf eingängige Pop-Melodien, immer wieder mal abgerundet mit modernen, teils elektronischen Elementen.

Klar - Sunrise Avenue erfinden sich nicht neu. Das erwartet auch niemand. Dennoch klingen sie bei weitem nicht wie eine eins zu eins Kopie ihrer selbst. Zum einen verdanken das die Finnen ihrem Haus- und Hof-Produzenten Jukka Backlund, der bereits sehr erfolgreich an den beiden Vorgänger-Alben mitgearbeitet hat. Für „Out Of Style“ holten sich die Jungs weitere Unterstützung von ihrem Landsmann Jukka Immonen, der in den vergangenen Jahren eine Vielzahl erfolgreicher Pop-Platten in Finnland produziert hat. Das Ergebnis kann sich mit den zwölf Songs wirklich hören lassen. Sunrise Avenue haben es erneut geschafft ein Album auf die Beine zu stellen, das voll ist mit Titeln, die sofort ins Ohr gehen. Ihre eigentliche Leidenschaft hat die Band dabei aber nicht vergessen: euphorische, emotionsgeladene Rocksongs zu spielen. So klingen sie im Song „Out Of Tune“ so rockig, als hätten sie sich von 80er Jahre Hardrock-Bands inspirieren lassen, dabei aber cool verpackt in absolut modernem Sound. Auch mit dem Titel „Sex & Cigarettes“ bringen Sunrise Avenue die etwas härteren Gitarrenklänge auf die Platte. Aber natürlich gibt es mit „Stormy End“ und „Kiss Goodbye“ auch wieder traumhaft schöne Balladen. Neben den typischen Gitarren wissen die Musiker fast schon perfekt auch Streicher oder sogar ein Banjo in die Songs zu integrieren. „Out Of Style“ hört man den Spaß einfach an, den die Band während der Aufnahmen gehabt haben muss. Anders ist nicht zu erklären, dass uns dieses Album von vorne bis hinten mit seinem „gute Laune Gefühl“ angesteckt hat.


 

Anspieltipps:
"Hollywood Hills":die erste Single-Auskopplung entstand direkt vor den berühmten Hügeln in L.A., den Hollywood Hills. Sänger Samu war kurz vorm Abflug und sang immer wieder „Bye, Bye, Hollywood Hills“ („Machs gut, Hollywood Hügel“). Und diese Zeile setzt sich im typischen Sunrise Avenue-Sound sofort im Ohr fest
"I Don’t Dance“":elektronische Synthesizer eröffnen diesen Tanz-Kracher, der sich dann zum Refrain hin zu einer Rock-Hymne entwickelt. „Ich tanze nicht“ – von wegen, wer hier sitzen bleibt ist selber schuld
"The Right OneI":eine Ballade, die sofort zu Herzen geht. Schließlich singen Sunrise Avenue von einer Situation, die die meisten von uns wohl schon mal erlebt haben: in einer Beziehung zu stecken, die einen extrem einengt und die man erst richtig zu schätzen weiß, wenn man sie aufgegeben hat. Gänsehaut pur

 

Und so bewertet S. Kral aus Rathenow die CD:
Gratulation an Sunrise Avenue. "Hollywood Hills" ist der Beginn einer wunderbaren Mischung aus gefühlvollen Balladen und rockigen Songs. Beim Hören hab ich das Gefühl, Teil der erzählten Geschichte zu sein. Die Musik geht durch Ohr und Bauch direkt in die Beine. Ihrem rockigen Stil sind sie dennoch treu geblieben. Meines Erachtens erwarten uns noch einige hitverdächtige Songs, auf deren Auskopplung ich mich schon jetzt freue.
Kurzum: ein gelungenes Album und ein "Must Have".