Martin Solveig - "Smash"
CD-Check

Martin Solveig - "Smash"

Seit über einem Jahrzehnt macht der französische DJ und Produzent Martin Solveig inzwischen schon Musik. Bei uns in Deutschland wurde er aber erst Ende 2010 so richtig bekannt: mit „Hello“ stürmte er in die Top Fünf der Single-Charts und landete einen DER Radio-Hits 2011. Jetzt kommt Solveigs bereits sechstes Album „Smash“ mit insgesamt zehn hitverdächtigen Dance-Nummern.

Martin Picandet, wie Martin Solveig eigentlich heißt, wurde Mitte der 70er in Paris geboren. Als Kind sang er im Kirchenchor und beschäftigte sich zunächst vor allem mit klassischer Musik. Seine ersten Turntables (also Plattenspieler für DJs) bekam er im Alter von 13 Jahren und von da an wuchs auch sein Interesse an der elektronischen Musik. Er legte anfangs vor allem Musik für seine Freunde auf, jobbte dann mit 18 in einem Plattenladen und wurde schließlich als DJ in einigen Pariser Clubs engagiert.

Martin Solveig

Irgendwann reichte es dem musikbegeisterten Franzosen aber nicht mehr, bei seinen Auftritten auf fremde Musik zurückzugreifen und so gründete er im Alter von 21 Jahren sein eigenes Plattenlabel, um an eigenen Songs zu basteln und diese auch gleich über die eigene Firma zu vertreiben. Nach einigen gemeinsamen Projekten mit anderen französischen Künstlern wie zum Beispiel Bob Sinclar („Love Generation“) erschien 2002 das erste eigene Album von Martin Solveig „Sur La Terre“. In seinem Heimatland bekam er dafür viel Lob von den Kritikern und auch seine vier darauffolgenden CDs kamen in Frankreichs Club-Szene, aber auch in England und der Schweiz, sehr gut an. Den endgültigen internationalen Durchbruch schaffte er jedoch erst Ende 2010 mit dem Erscheinen seiner Single „Hello“. Der Song verkaufte sich bisher über 1,3 Millionen mal, wurde in vier Ländern mit Platin ausgezeichnet und das dazugehörige Video wurde im Internet 35 Millionen mal angeklickt. Im Clip spielt Solveig als Tennislegende Björn Borg ein spannendes Match gegen seinen DJ-Kollegen und Freund Bob Sinclar (der Andre Agassi imitiert) im ausverkauften Finale der French Open. Diese spielfilmartige Episode soll nur ein Teil eines ganzen großen visuell miteinander verbundenem Videos sein, das nach und nach mit der Veröffentlichung der Songs aus dem neuen Album „Smash“ produziert werden soll. Die Musik zum entstehenden Film gibt es jetzt schon mal auf CD in den Plattenläden.

 

Der Gute-Laune-Track „Hello“ mit der eingängigen Melodie und den partytauglichen Beats ist als erste Single-Auskopplung der perfekte Vorgeschmack auf „Smash“. Die zehn Songs sind alle richtig coole Dance-Nummern, die sich vor allem durch großartige Tonfolgen auszeichnen. Da ist zum Beispiel der Song „Racer 21“. Zwar kommt er ganz ohne Gesang aus, aber dennoch ist die am Computer entstandene Melodie ein absoluter Ohrwurm. Auch „Big In Japan“ (das mit dem gleichnamigen berühmten Song von Alphaville übrigens nichts zu tun hat) bleibt nach einmaligem Hören sofort im Gedächtnis. Den Song hat der Künstler mit dem kanadischen Elektropop-Trio Dragonette aufgenommen, die auf insgesamt vier Songs auf dem Album zu hören sind. Daneben gibt’s noch einige weitere Gastmusiker auf der CD. Martin Solveig zieht aber nicht nur im Hintergrund die Fäden – der Tänzer, Schauspieler und Sänger greift auch mal selbst zum Mikrofon, zum Beispiel bei „Get Away From You“. Der Song sticht zwischen den anderen Songs etwas hervor, da hier Dance-Musik mit rockigen E-Gitarren gemixt wird – und das passt richtig gut zusammen!

 

„Smash“ ist wirklich eine sehr gute Dance-Platte, die einwandfrei produziert wurde. Martin Solveig hat in seinen Jahren in der Musikbranche einfach gelernt, wie man tolle, tanzbare und einprägsame Songs schreibt. Jeder einzelne Titel macht Spaß und hat großes Hitpotenzial. Wir sind uns sicher: die internationale Karriere dieses Multitalents hat gerade erst begonnen!

 

 

Anspieltipps:
"Ready 2 Go":die zweite Single ist zusammen mit Sänger Kele von der englischen Indie-Rock-Band Bloc Party entstanden. Das Video zum Party-Ohrwurm wurde dieses Mal im Stade de France, dem größten Stadion Frankreichs, vor 80.000 Zuschauern gedreht. Song und Clip sind großartig
"Let’s Not Play Games":ist die wohl ruhigste Nummer auf der CD. Die wunderschöne Melodie der Elektro-Ballade wird von der britischen Newcomerin Sunday Girl gesungen. Martin Solveig hat ein beneidenswertes Händchen dafür, die perfekten Stimmen für seine Musik zu finden
"We Came To Smash (In A Black Tuxedo)":ist der wohl progressivste Titel auf „Smash”. Hier krachen die Beats, die Stimme der Sängerin Dev wird beliebig verfremdet und die Musik hat immer wieder kleine Aussetzer – etwa so wie in einem Funkloch. Dieses „kaputte“ Songbild passt perfekt zum Titel, denn übersetzt heißt er so etwas wie: „Wir sind (in einem schwarzen Smoking) gekommen, um etwas zu zerstören“