Frida Gold - "Juwel"
CD-Check

Frida Gold - "Juwel"

Ein frischer Wind weht durch die deutsche Musiklandschaft. Auslöser ist eine vierköpfige Band aus dem Bochumer Raum namens Frida Gold. Sängerin Alina Süggeler macht mit ihren Kollegen deutschsprachigen Pop. Zunächst nichts Ungewöhnliches. Doch Frida Gold gehen noch einen Schritt weiter. Ihr Sound ist eine Mischung aus anspruchsvollen Texten, elektronischen Soundspielereien, aufgepeppt mit klassischen Instrumenten wie Gitarre, Schlagzeug und Bass. Zusätzlich spielt neben dem Sound auch die Optik eine wichtige Rolle in dem Gesamtkonzept der Band. So gibt sich Sängerin Alina extrem modisch und sämtliche Fotos der Band sind sphärisch, mit Weichzeichner und poppigen Farben in Szene gesetzt. Frida Gold haben ein Ziel, sie wollen ihre Hörer erreichen und sie emotional binden, akustisch und visuell.

Die Ursprünge liegen noch in der Schulzeit von Sängerin Alina und ihrem Gitarristen Julian Casel. In der beschaulichen Ruhrpottstadt Hattingen spielen sie gemeinsam in einer Band, die sogar einen regionalen Musikwettbewerb gewinnt. Während dieser Zeit treffen sie auf den Bochumer Drummer Thomas Holtgreve und gründen gemeinsam die Band „Frida“ (aus einem Song vom Musikerkollegen Axel Bosse). Als Alina den Essener Bassisten Andi Weizel kennen und lieben lernte, kam der Stein für die Band so richtig ins Rollen . „In diesem unglaublichen Vertrauensfeld war ich auf einmal total beflügelt, wie auch Andi, ganz ehrliche Musik zu schreiben.“ sagt die 25-jährige Sängerin im BB Radio Interview. „Das war ein ganz besonderer Moment, in dem die Kreativität für Frida Gold ihren Anfang gefunden hat.“ Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen, die beiden Bandkollegen kein Paar mehr, und aus dem Bandnamen „Frida“ wurde „Frida Gold“. Warum ein neuer Name her musste, darüber schweigt sich die Band aus. Nur eins verraten sie: der Name „Frida“ alleine war auf die Dauer zu langweilig und irgendwann schwirrte der Sängerin das Wort Gold im Kopf umher. Mittlerweile ist die Band über ihren Namen sehr glücklich, denn damit wird die gesamte Bandbreite der Musiker perfekt zusammengefasst. Frida steht für das Bodenständige, dagegen Gold für das Extravagante, den Glamour, den sie mit ihrer Musik erzeugen wollen. Dass gerade eine Band aus dem Bochumer Raum so viel Wert auf ihr gesamtes Erscheinungsbild legt, ist eher ungewöhnlich. Für das Quartett ist es aber ganz logisch, dass sie so sind, wie sie sind. „Popmusik ist im Ruhrgebiet nicht zu Hause. Das hat uns sicherlich von Anfang an auch immer wieder Steine in den Weg gelegt. Man kommt sich da schon auf weiter Flur alleine vor. Andererseits ist es aber auch ein Ort, der viel Platz bietet, um kreativ zu sein. Man wird nicht irritiert von Hypes, die in Großstädten stattfinden, sondern man kann einfach mit sich selbst sein. Und das hat uns ganz gut getan.“

 

© Robert Wunsch
Frida Gold

Zwei Jahre haben sie an den Songs für ihr Debütalbum „Juwel“ gearbeitet. Entstanden sind sie in einem kleinen Bochumer Proberaum am Klavier und an der Akustikgitarre. Für die Umsetzung ihrer Ideen, hat das Quartett ihr eigenes Studio verlassen und hat sich auf die Suche nach einem Produzenten begeben, der ihnen den glamourösen Touch in der Musik verpassen sollte. Gefunden hat das Quartett ihn in Dänemark. Zusammen mit dem Produzenten Carsten Heller haben sie zwölf Songs fertig gestellt, die vom Sound irgendwo zwischen Kylie Minogue, Polarkreis 18 und La Roux liegen. Der einzige Unterschied zu den drei genannten Künstlern – Frida Gold lassen in ihren Songs immer wieder Platz für klassische Rockinstrumente. So gibt es bereits im ersten Song „Morgen“ zwar erst elektronische Popelemente zu hören, doch im Refrain kommt auf einmal eine Gitarre dazu, die auf einen rockigen Höhepunkt hinarbeitet.
Eins ist uns beim Hören des Albums „Juwel“ schnell aufgefallen, Frida Gold mögen Songs mit viel Energie und mit treibenden Beats, bei denen niemand sitzen bleiben will. Popo wackeln, das ist besonders Sängerin Alina wichtig, wie sie immer wieder betont.

 

Das Motto der Band lautet: „Pop All The Way“ – das auf Deutsch so etwas wie „Ausschließlich Pop“ bedeutet. Einzig die Lieder „Aufgewacht“ und „Nackt vor deiner Tür“ fallen aus dem Grundkonzept des Debütalbums. Sie klingen schon fast zu sphärisch und melancholisch für die Platte. Doch eins bleibt: „Juwel“ glitzert und blinkt wie ein frisch geschliffener und aufpolierter Stein. Frida Gold sind konsequent darin, ihrer Musik einen internationalen Touch zu geben. Und es ist ihnen gelungen. Kein Wunder, dass sie als Vorgruppe auf den deutschen Tourterminen von Kylie Minogue spielen durften. Mit dem Glamourfaktor der Australierin können Frida Gold mit Leichtigkeit mithalten.

 

 

Anspieltipps:
"Zeig mir wie du tanzt":die erste Single der Band hat alle Zutaten eines typischen Frida Gold Songs. Die Nummer groovt, hat Biss und sie geht besonders durch das Streicherarrangement sofort ins Ohr
"Wovon sollen wir träumen":in der zweiten Singleauskopplung gibt es treibende Drums, eine Melodica und tolle Streicher zu hören. Entstanden ist ein absoluter Gute Laune Hit, der sich mit dem Thema „Lebensträume“ auseinandersetzt
"Verständlich sein":ist einer der ersten Titel die Frida Gold überhaupt für das Album geschrieben haben. Ein schneller Synthesizerbeat ist die Grundlage des Liedes, das aufgepeppt wird mit einer ohrwurmtauglichen Melodie und einem zauberhaften Piano im Hintergrund

 

 

Und so bewertet K. Meier aus Brandenburg die CD:
Mir hat die CD von Frida Gold vom ersten Lied bis zum letzten Lied sehr gut gefallen. Erst einmal, weil es eine deutschsprachige CD ist. Mit Titeln, die gut zum Mitsingen und Mitwippen sind, selbst die langsamen Lieder.
Diese CD kann man nur weiterempfelen.

 

Und so bewertet K. Presch aus Wittstock die CD:
Bin enttäuischt, hätte mir mehr erwartet. Ihre beiden Hits - okay - der Rest doch recht anspruchslos; hin und her zwischen den Stilrichtungen. Gewöhnungsbedürftig.