Taio Cruz - "TY.O"
CD-Check

Taio Cruz - "TY.O"

Rihanna, Katy Perry, Lady Gaga, Britney Spears – wenn es um aktuelle Dance- und Popmusik geht, könnte man meinen, die Frauen hätten das alleinige Sagen. Einer der eher wenigen Kollegen des anderen Geschlechts, der sich zumindest ansatzweise gegen die weibliche Konkurrenz behaupten konnte, ist der britische Sänger Taio Cruz. Nach seinen Riesenhits „Break Your Heart“, „Dynamite“ und „Higher“ legt der charmante Allrounder jetzt mit „TY.O“ ein neues Album nach.

Das Talent, Menschen mit seiner Musik zu begeistern, entdeckte Taio Cruz bereits im Alter von zwölf Jahren. Der gebürtige Londoner war schon immer außerordentlich ehrgeizig und so überrascht es kaum, dass ihn schon während seines Studiums ein Produzententeam engagierte, um Songs für andere Künstler zu schreiben. Der erste Erfolg gelang 2005 mit „Your Game“. Der englische Casting-Show Gewinner Will Young wurde mit dieser Single aus Taios Feder als bester Song des Jahres mit einem renommierten BRIT-Award ausgezeichnet. Ein Jahr später sang Cruz dann selbst und schaffte mit „I Just Wanna Know“ den Sprung in die Top30 der UK-Singlecharts. Daraufhin gründete er sein eigenes Plattenlabel und veröffentlichte 2008 mit „Departure“ ein erstes Album, das aber nur in Großbritannien erschien. Der Sprung auf die internationale Bühne gelang dem Briten der Legende nach dann eher durch Zufall. Ein Bekannter, der für das amerikanische Plattenlabel DEF JAM arbeitete, hörte einige der Songs des aufstrebenden Künstlers und nahm ihn unter Vertrag. Seitdem ging die Karriere für Taio Cruz steil nach oben. Er schrieb einen Hit nach dem anderen für Top Acts wie Ke$ha, Justin Bieber oder Jennifer Lopez (z.B. „I’m Into You“). Und auch als Sänger gelang ihm 2010 der eigene große Durchbruch. Allein die Fakten rund um die Songs aus seinem Erfolgsalbum „Rokstarr“ lassen andere Musiker vor Neid erblassen: mit insgesamt 16 Millionen verkauften Singles und nahezu 300 Millionen Klicks bei YouTube hat er sich damit binnen weniger Wochen in die Topliga der Popstars katapultiert. Um diese Karriere fortzusetzen reiste er jetzt ins sonnige Los Angeles, um dort an den Songs für sein neues Album „TY.O“ zu arbeiten.

 

© UMGI
Taio Cruz

Taio Cruz geht mit seiner neuen CD kein großes Risiko ein und bleibt seinem Erfolgsrezept treu. Es gibt nur eine kleine Weiterentwicklung im Sound zum Vorgängeralbum: die elf großartigen Ohrwürmer fallen wesentlich dance- und clubtauglicher aus. Dafür hat er die derzeit erfolgreichsten Produzenten engagiert. Neben Britney Spears Produzent Klas Åhlund ist auch das Team von Lady Gagas Haus- und Hofproduzenten RedOne mit dabei, sowie die momentan extrem angesagten Hit-Lieferanten Dr. Luke & Cirkut („Teenage Dream“, „Last Friday Night (T.G.I.F.)“, „California Gurls“, „Tik Tok“ und „Price Tag“ sind einiger ihrer großen Erfolge). Top-Songschreiber + Top-Produzenten = Top-Hits - dieses Konzept geht super auf, die Single „Hangover“ hat es in Deutschland gleich in die Top3 der Charts geschafft. Der Song, der von einer grandiosen Partynacht erzählt, klingt durch kleine Gitarrenriffs anfangs recht rockig, bis er durch den Einsatz von hypnotisierenden Diskobeats später zu einem wahrhaften Dance-Kracher mutiert. Taio Cruz kann aber auch anders, etwas ruhiger fällt beispielsweise „Telling The World“ aus. Das ist weniger Dance, eigentlich eher astreine Pop-Musik und war bereits auf dem Soundtrack zum Animations-Film „Rio“ zu finden. Bei „Make It Last Forever“ hatten wir übrigens den Eindruch, dass sich Taio auch gerne von anderen großen Hits inspirieren läßt. Durch den Chor im Hintergrund erinnerte uns der Titel stark an Shakiras „Waka Waka“.

 

Wenn man bei dieser CD über Schwachstellen sprechen möchte, dann sind das vielleicht die Texte. So heißt es in „Shotcaller“: „When I Say: ‚Jump’, You Say: ‚How High’“ (Wenn ich ‚Spring’ sage, sagst Du: ‚Wie Hoch’), oder in „Tattoo“: „I’m On You Like A Tattoo, Under Your Skin“. (Ich bin auf dir wie ein Tattoo unter deiner Haut.). Tiefgründige Erkenntnisse sollte man hier nicht erwarten. „TY.O“ ist einfach eine Platte, die nichts anderes als tierisch gute Laune machen soll. Und da kann man Taio Cruz keine Vorwürfe machen: der Spaßfaktor liegt hier mindestens bei Hundert Prozent!

 

 

Anspieltipps:
„Little Bad Girl"

eine Zusammenarbeit mit David Guetta für dessen Album „Nothing But The Beat“. Nicht zuletzt aufgrund des großen Erfolges (in Deutschland schaffte es die Nummer bis auf Platz 5 der Singlecharts) gibt es diesen groovigen Dancetrack jetzt auch auf Taios Album.

„Troublemaker“beginnt mit einem hämmernden Diskobeat, der fast schon nach Endzeitstimmung klingt. Zum Refrain hin macht Cruz daraus eine fröhliche Partynummer.
„You’re Beautiful“

dieser typische Lovesong ist eine verträumte Ballade und eine Hymne an die Frauen.