Rihanna - "Talk That Talk"
25.11.2011, 00:00 Uhr
CD-Check

Rihanna: "Talk That Talk"

Rihanna gehört unumstritten zu den größten Popstars unserer Zeit. Gerade eben erst wurde sie zur erotischsten Frau der Welt gekürt und jetzt setzt sie wieder Trends mit ihrer Musik. Gerade mal ein Jahr nach ihrem letzten Album „Loud“ kommt mit „Talk That Talk“ ihre sechste CD in nur sieben Jahren. Obwohl die erste Singleauskopplung „We Found Love“ den Eindruck erweckt, dass die neue Platte eine Dance-Scheibe ist, überraschen doch eine Mehrzahl der neuen Tracks mit karibischem R’n’B-Sound.

 

Robyn Rihanna Fenty hat in ihrer Karriere eigentlich schon alles erreicht, wovon man nur träumen kann: sie war die erste Künstlerin des vergangenen Jahrzehnts, die insgesamt sechs Nummer-Eins-Hits in den US Billboardcharts platzieren konnte und sicherte sich mit vier Singles an der Chartsspitze allein im Jahr 2010 einen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde. Bei uns in Deutschland landeten bisher 15 ihrer Singles in den Top 10 und acht davon sogar in den Top 3 der Charts. Weltweit gingen bisher mehr als 30 Millionen ihrer Tonträger über die Ladentheken. Diese Tatsache und die unzähligen Musikpreise, die sie bis dato erhalten hat, machen Rihanna damit zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen der letzten zehn Jahre.

Dabei begann ihre Karriere eher beschaulich und ruhig auf Barbados. Denn während die meisten Menschen eher Urlaub auf der Karibikinsel machen, lebte Rihanna dort noch als einfaches Mädchen in der Gemeinde Saint Michael. Zumindest bis 2003, als sie im Alter von 17 Jahren, sang sie einem amerikanischen Produzenten vor, der mit ihr sofort einige Demo-Tapes aufnahm und letztendlich den Kontakt zu ihrem zukünftigen Plattenboss (und Beyoncé’s Ehemann) Jay-Z herstellte. Seitdem gibt es für Rihannas Karriere nur eine Richtung: steil bergauf. Einzig im Privatleben musste sie einige Rückschläge hinnehmen, unter anderem das Beziehungs-Aus und die schwere Prügelei mit ihrem Ex-Freund Chris Brown („Yeah 3x“). Das liegt inzwischen alles hinter ihr. So blickt sie mit einem weiteren neuen Album selbstbewusst in eine rosige Zukunft.

© Universal Music
Rihanna

Wie gewohnt schlägt Rihanna dabei keine leisen Töne an. Sie scheint komplett auf die Meinung anderer zu pfeifen, denn sie macht die Musik, die sie will und singt provozierende Textzeilen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Vielleicht hat sie deshalb das Album auch „Talk That Talk“ genannt – frei nach dem Motto: „Sagt doch, was Ihr wollt. Ich mache trotzdem, was ich will!“. Sie singt freizügig über Sexpraktiken („Cockiness (Love It)“), genauso wie über die große Liebe („We All Want Love“) und nutzt dabei musikalisch an der einen Stelle elektronische Dance- und Trance-Sounds („Where Have You Been“) und an anderer Stelle Reggae-Rhythmen („Watch N’ Learn“). Insgesamt aber überwiegt auf der CD poppiger R’n’B, der an Rihanna’s Anfangszeiten und Hits wie „Umbrella“ erinnert. „Drunk On Love“ ist zum Beispiel so eine Nummer, die mit klassischer Popmusik-Instrumentierung, Synthies und einer einfach richtig guten, eingängigen Melodie nicht mehr aus dem Kopf geht. Die wunderschöne, ruhig anmutende Ballade „Farewell“ überzeugt durch den ausdrucksstarken Gesang von Rihanna. Der war in manch einem ihrer erfolgreichen Dance-Hits der vergangenen Zeit fast ein wenig in den Hintergrund geraten. In diesem Fall gilt aber tatsächlich: Weniger ist manchmal einfach mehr. So wirkt die Musik der Sängerin gleich viel ehrlicher und persönlicher.

„Talk That Talk“ ist wieder ein tolles Pop-Album geworden, mit dem Rihanna eindrucksvoll beweist, warum sie zu den absolut angesagtesten Sängerinnen der Welt gehört. Die elf Songs (auf der Deluxe Edition sind es sogar 14) machen Spaß, denn die Künstlerin vermittelt mit ihrer Musik die Freude an ihrer Kunst – dem Singen, Schreiben und dem Produzieren. Dazu kommt die Lust an der Provokation: sie schockiert unter anderem durch ordinäre Bilder in ihrem Booklet, Skandal-Videos und nicht zuletzt durch ihre sexuell eindeutigen Songtexte. Für uns fühlt sich das echt gut an, dass Rihanna damit ihren ganz eigenen Weg geht!

 

 

Anspieltipps:
„We Found Love“die erste Single der CD stürmte gleich in der ersten Woche nach Veröffentlichung auf Platz Eins der deutschen Charts! Die Club-Nummer wurde vom schottischen Erfolgs-DJ Calvin Harris produziert und ist einfach ein absoluter Ohrwurm.
„Talk That Talk“der Titeltrack ist eine astreine melodiöse Blackmusic-Nummer. Als Duettpartner ist kein geringerer als Rihannas Entdecker Jay-Z zu hören.
„You Da One“

der coole R’n’B-Song mit den karibischen Reggae-Einflüssen zeigt als Opener des Albums gleich, wo’s langgeht. Trotz allen Einflüssen, zieht sich dieser Sound nämlich wie ein roter Faden durch die komplette CD.

 

Und so bewertet M. Preising aus Vetschau die CD:

Das Album ist Großartig!
Hier ist für jeden etwas dabei, es gibt gefühlvolle Balladen und Electrosounds und auch jede Menge eingängiger Beats, zu denen man einfach abtanzen will. Rihanna hat sich selbst übertroffen mit dieser Platte! Auch wenn ich persöhnlich eigentlich nicht auf Elektro stehe, find ich all ihre Songs einfach super!

Meine Abspielhits sind:
- "We found Love", toller Elektromix,
- "Talk That Talk", mit einer Mischung aus Pop Und R'n'B,
- "Drunk On Love", etwas ruhiger
- "Farewell", eine wundervolle Ballade

Fazit: Jeder, egal ob Elektro-Fan oder nicht, muss diese Platte einmal gehört haben. Eines steht auf jeden Fall fest: Man darf von Rihanna noch viel erwarten.