Aura Dione - "Before The Dinosaurs"
CD-Check

Aura Dione - "Before The Dinosaurs"

„Im November 2009 stürmte ein richtig toller Song die deutschen Single- und Airplay-Charts: “I Will Love You Monday (365)”. Durch ihn wurde die Newcomerin Aura Dione über Nacht zum Star... Wir sind überzeugt davon, dass sie noch ganz oft die Charts stürmen wird.“ 2 Jahre nachdem wir an dieser Stelle diese Zeilen geschrieben haben, steht die Ausnahmekünstlerin wieder an der Spitze: „Geronimo“ ist die musikalische Überraschung im Herbst 2011 und Auras zweiter Nummer 1 Hit in Deutschland!

 

Aura Dione wuchs als Tochter einer Musiklehrerin und eines Gitarrensammlers bereits in einem sehr musikalischen Umfeld auf. Die beiden Hippies reisten mit dem kleinen Mädchen um die ganze Welt, erst als sie sieben Jahre alt war ließ sich die Familie mit färöisch-französischen und dänisch-spanischen Wurzeln auf der Insel Bornholm (Dänemark) nieder. Zu dieser Zeit hatte Aura bereits angefangen, mit ihrer Gitarre eigene Songs zu schreiben (den ersten im Altern von 5). Mit 17 reiste sie dann mit ihrer Gitarre alleine nach Australien, machte dort auf den Straßen Musik und lernte in der Zeit viel über sich selbst und ihre Beziehungen zu anderen Menschen, Kulturen und Erlebnissen. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in den Songs ihres Debüt-Albums „Columbine“. Schon darauf war zu hören, was für ein musikalisches Ausnahme-Talent Aura Dione ist. Jetzt ist sie zurück und präsentiert sich als großartige Geschichtenerzählerin und gereifte Song-Autorin.

 

 

© Signe Vilstrup
Aura Dione

So viel schon vorab: „Before The Dinosaurs“ ist eine fesselnde, traumhafte, exotische und teilweise sogar experimentelle Pop-Platte. Soweit so gut – das war der Vorgänger auch. Was aber extrem positiv zu Buche schlägt, sind die eingängigen, süßen Melodien, die sofort ins Ohr gehen und dort so was von hängen bleiben, dass wir zumindest fast bei jedem Titel sofort mitsingen konnten. „Ge-ge-e-jo-jo uuh la-la hmm - Let's Go Geronimo“ sang Aura unentwegt vor sich hin, als sie uns vor einigen Wochen im Sender besuchte. Inzwischen dürfte wohl halb Brandenburg die Textzeile dieses Nummer 1 Hits nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Und wir müssen wirklich warnen, aus der Song-Autorin ist fast schon eine Hit-Maschine geworden, denn solche Ohrwürmer finden sich in großer Anzahl auf diesem Album. Der wohl „schlimmste“ ist „Friends“, eine fröhliche Sommer-Nummer, die einen schier in karibische Urlaubsträume entführt. Gitarren und ein groovender Reggae-Rhythmus tun ihr übriges. Überhaupt ist „Before The Dinosaurs“ eine unglaublich vielfältige Musik-Sammlung, wir haben lange nicht mehr so unterschiedlich klingende Songs auf einer einzigen Platte gefunden. Herausragend und experimentell kommt zum Beispiel „Where The Wild Roses Grow“ daher (Vergleiche zu großartigen Künstlerinnen wie Kate Bush oder Tori Amos sind da durchaus möglich). Faszinierend wie Aura hier mit eigenen Gesangs-Samples eine ganz eigenen Stimmung schafft. Und da wären wir bei dem vielleicht einzigen Manko: die Stimme dieser Künstlerin muss man mögen, andernfalls kann sie bei längerem Hören ein wenig unangenehm wirken. Das mindert aber auf keinen Fall die Intensität, mit der sie die Songs singt, ja eigentlich erzählt. Das wird am deutlichsten bei den eher ruhigeren Titeln wie beispielsweise „Reconnect“: achten Sie mal ganz bewusst nicht auf den Text, sie werden Aura Diones Gefühle trotzdem verstehen.

 

„Ich will das Unmögliche möglich machen – am besten noch vor dem Frühstück!“ sagt die Künstlerin, die auf individuelle Art nahezu ihre gesamte Kleidung, ihre Videos und Plattencover selbst gestaltet. Als nackte Eva mit Apfel in der Hand präsentiert sie sich auf „Before The Dinosaurs“, was die Plattenfirma zu einem abenteuerlichen Spruch verleitet hat: „Aura’s Stimme und ihre Musik gleichen einer verbotenen Frucht: hat man erst einmal davon gekostet, kommt man nicht mehr davon los.“ Tatsächlich beschreibt das aber die 12 neuen Songs von Aura Dione perfekt und an sich ist dem auch fast nichts mehr hinzuzufügen. Nur eines noch: für uns ist das d i e Pop-Platte 2011!

 

Anspieltipps:
"Into The Wild"absolut intensive Ballade und einer der Lieblings-Songs der Sängerin auf dieser CD. Piano, Streicher und Aura – fesselnd von Anfang bis Ende
"What It’s Like"hier bleibt Ihnen nichts anderes übrig: mitwippen, mitklatschen und mitsingen – versprochen
"Before The Dinosaurs"

toller Titelsong und der letzte der Platte, nur schade, dass sie danach zu Ende ist.