Rea Garvey - "Can't Stand The Silence"
CD-Check

Rea Garvey - "Can't Stand The Silence"

Über zehn Jahre lang war Rea Garvey Gesicht und Stimme der deutsch-irischen Rockgruppe Reamonn. Mit ihr verkaufte der Wahl-Berliner unzählige Platten und spielte Konzerte vor tausenden Menschen. Eine Schaffenspause der Erfolgsband nutzte Rea jetzt, um sein erstes Solo-Album aufzunehmen: „Can’t Stand The Silence“ heißt die CD mit elf coolen Pop-Rock-Titeln.

Raymond Michael Garvey wurde 1973 im Westen Irlands geboren und wuchs dort mit sieben Schwestern auf. 1998 ging der damalige Hobbymusiker nach Deutschland und arbeitete zunächst als T-Shirt-Verkäufer auf Konzerten und Festivals, sowie als Alleinunterhalter in Pubs. Per Zeitungsannonce („Sänger sucht Band für Platte und Tour“) fand er die vier Musiker, mit denen er im November 1998 die Band Reamonn gründete. Schon ein Jahr später unterschrieb die Gruppe ihren ersten Plattenvertrag und brachte 2000 das Debütalbum „Tuesday“ und die Single „Supergirl“ heraus. Beide konnten sich auf Anhieb in den Top Fünf der Charts platzieren und sorgten so für den sofortigen Durchbruch der Band in Deutschland. Nach ausverkauften Tourneen und mehrfachen Chart-Erfolgen gaben Reamonn 2010 mit der Veröffentlichung ihres Best-Of-Albums „Eleven“ bekannt, dass sie eine Pause auf unbestimmte Zeit einlegen würden.

 

Während der zehn erfolgreichen Bandjahre war Rea aber auch immer schon mal als Sänger bei anderen Projekten zu hören. 2001 sang er zum Beispiel den Top-20-Hit „Be Angeled“ des deutschen Dance-Duos Jam & Spoon, und 2006 stürmte er zusammen mit Nelly Furtado und dem Song „All Good Things (Come To An End)“ bis ganz an die Spitze der Charts. 2011 ist nun also Zeit für das Debüt des Solo-Künstlers Rea Garvey. „Can’t Stand The Silence“ heißt es und den Albumtitel (übersetzt etwa: „Ich halte die Stille nicht aus“) darf man auch gerne als ein Outing verstehen: Rea ist ein absoluter Workaholic – ein Künstler mit Leib und Seele, der nicht mehr ohne Musik leben kann. Die insgesamt elf Titel auf der CD sind stilistisch eine Mischung aus Pop und Rock mit elektronischen Einflüssen. Das perfekte Beispiel für diese Stil-Mischung ist gleich die erste Single „Can’t Stand The Silence“. Der kraftvolle Titel vereint Synthie-Sounds mit rockigen Gitarren, dazu eine poppige, hymnische Melodie – so klingt Rea Garvey solo. Es ist deutlich zu hören, dass er seinen eigenen Weg geht, der von den Werken Reamonns weggeht. Unterstützt wurde er dabei durch den Produzenten Andy Chatterley, der unter anderem bereits mit Kylie Minogue zusammenarbeitete. Andy schrieb mit Rea neben der ersten Single auch die großartigen Songs „Heart Of An Enemy“ und „Save A Life“. Bei den übrigen Titeln sorgte er für den klasse Sound der Platte: Eine Kooperation, die wirklich großartig funktioniert hat. Alles klingt etwas kantiger und genau dadurch persönlicher. Dieses Konzept reizen die beiden gleich mit dem Eröffnungstitel voll aus: „Take Your Best Shot“ passt am Ende irgendwie gar nicht zum Rest der Platte, nur durch Akustikgitarre begleitet erinnert das schon fast an Country-Musik (und danach würden Sie in den restlichen Titeln der CD vergebens suchen). Es ist allerdings ein absolutes Hörerlebnis, wie Rea mit seiner tollen, ausdrucksstarken Stimme in sämtlichen Tonlagen sein ganzes Gefühl in diesen Song legt.

© Nela König
Rea Garvey

Überhaupt erzählt der Künstler in seinen Liedern unverwechselbar leidenschaftlich Geschichten. Dass er dabei irgendwie immer die perfekten Worte zur Beschreibung von Gefühlen findet, liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass er sein ganzes Leben lang einfach alles aufschrieb, was ihn bewegte, und sich so das emotionale Texten aneignete. Ein großartiges Beispiel dafür findet sich im tollen „Colour Me In“: „You You You / You Colour Me In / Turn Me Round When I’m Wrong / You Make Me Strong / You Colour Me In / You’re The Blue Skies Above / You’re So Easy To Love / You Colour Me In“ (Du Du Du / Du malst mich aus / Drehst mich um, wenn ich falsch bin / Du machst mich stark / Du malst mich aus / Du bist der blaue Himmel über uns / Du bist so leicht zu lieben / Du malst mich aus).

 

Da ist es also nun, das neue Kapitel in Rea Garveys Musiker-Karriere. Ein bisschen Erfolgsdruck sei aufgrund der Historie mit Reamonn schon da, sagt der Sänger selbst: „Man geht da raus in die Welt und stellt sich nachher den Kritiken. Um das auszuhalten, muss man wahnsinnig fest an sich selbst glauben. Das habe ich mit diesem Album gelernt.“ Und wer weiß – vielleicht ist ja das einzige, was er mit „Can’t Stand The Silence“ aushalten werden muss, Anerkennung und Wertschätzung für ein absolut gelungenes Solo-Debüt!

 

 

Anspieltipps:
„Hole In My Heart“geprägt von einem fröhlichen „Ba Ba Ba Ba“ im Refrain, obwohl der Song eigentlich traurig ist – schließlich singt Rea hier vom Verlassen werden und dem Loch im Herzen, das eine geliebte Person hinterlässt.
„My Child“ein sehr souliger Titel, kein Wunder ist im Hintergrund schließlich Erfolgssänger Xavier Naidoo zu hören. Die beiden charakterstarken Stimmen harmonieren perfekt miteinander.
„How I Used To Be“

eine wirklich ausdrucksstarke Nummer, in die Rea hörbar sein ganzes Gefühl legt - beginnt recht ruhig und wird dann im Refrain zu einer richtig krachenden Hymne. Geschrieben hat er ihn zusammen mit Grammy-Preisträger Julio Reyes Copello, der schon für Jennifer Lopez, Ricky Martin oder Nelly Furtado Hits komponierte.

 

Und so bewertet K. Lehmann aus Berlin die CD

Danke, dass ich für Euch das Album "Can't Stand The Silence" testen durfte. Es ist echt der Hammer. Es hat super mit Eurer Übersendung gepasst, denn am Sonntag den 04.03.2012 waren wir im ausverkauften Konzert in der "neuen Weltt. Somit konnten wir uns schon auf der Fahrt auf dass Konzert enstimmen. Lied 2, 3 und 4 machen einfach nur gute Laune.
Ich hab mir die Lieder nun auf meinen Blackberry geladen, da ich oft unterwegs bin, koppel ich das dann entweder mit Autoradio oder hör es im Zug. Im Auto passiert es mir auch schon mal, dass ich im Sitzen tanze - so bereite ich auch den anderen Autofahrern gute Laune.

 

Und so bewertet J. Mann aus Berlin die CD

Einfach ein super Album, es sollte mehr davon geben

 

Und so bewertet T. Meier aus Brandenburg die CD

Mit Rea Garveys Solokarriere hat er ein grosses Erbe angetreten. Diese CD ist anders wie Reamonn aber das soll es ja auch sein. Sie ist melancholischer, man kann sie hören, wenn man es etwas ruhiger mag.