Coldplay - "Mylo Xyloto"
CD-Check

Coldplay - "Mylo Xyloto"

Die britische Band Coldplay hat schon so ziemlich alles erreicht, wovon eine Band nur träumen kann: über 50 Millionen weltweit verkaufte Alben, sieben Grammys, etliche Gold- und Platinauszeichnungen und ausverkaufte Tourneen auf allen Kontinenten. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an das fünfte Studioalbum „Mylo Xyloto“ (gesprochen etwa: 'Mailo 'Saileto). Und auf Coldplay ist Verlass: mit der CD liefern die vier Musiker Rock auf höchstem Niveau, eingängige Refrains, Melancholie und das perfekte Zusammenspiel zwischen Piano, E-Gitarren und der hohen Stimme von Sänger Chris Martin.

1996 lernten sich vier Studenten am University College London kennen und gründeten eine Band. Sie alle teilten die Leidenschaft zur Musik und die Entschlossenheit, alles aus sich rauszuholen. Das war vermutlich auch ihr Erfolgsrezept. Die Besetzung von Coldplay, damals wie auch heute: Guy Berryman (Bass), Jon Buckland (Gitarre), Will Champion (Schlagzeug) und Chris Martin (Gesang, Gitarre, Piano).

Ihr erstes Album „Parachutes“ (2000) stieg auf Anhieb auf Platz Eins der britischen Charts und gewann im darauffolgenden Jahr einen Grammy. Vielschichtiger und intellektueller präsentierte sich dann das zweite Album „A Rush Of Blood To The Head“ (2002). „X&Y“ mit den großen Hits „Speed Of Sound“, „Talk“ und „The Hardest Part“ schaffte es dann 2005 erstmals auf Platz Eins der Albumcharts in Deutschland, Großbritannien und den USA. Auch mit „Viva La Vida Or Death And All His Friends“ (2008) gelang ihnen dieser Erfolg.

 

© Sarah Lee
Coldplay

Fast drei Jahre nach ihrem letzten Studio-Album erscheint jetzt endlich die heiß ersehnte fünfte CD „Mylo Xyloto“. Auf ihr erzählt die Band in 14 Titeln die Liebesgeschichte der Fantasiefiguren Mylo und Xyloto. Ganz bewusst wählten sie dafür sinnlose Namen, da der Titel der neuen Platte für sich stehen und Raum für individuelle Interpretationen lassen soll. Chris Martin selbst sagte dazu in einem Interview: „Eines Tages wird dieser Titel hoffentlich nur dieses Album bezeichnen. Genau wie Coca Cola, Google, YouTube, die es vorher auch nicht gab.“ Ob die CD ein solcher erwarteter Meilenstein werden kann, ist fraglich. Zwar liefern die vier Musiker von der britischen Insel wieder eine absolut solide Pop-Rock-Scheibe ab, die innovativen Überraschungen sucht man allerdings vergeblich. Es macht sich ein wenig der Eindruck breit, „Mylo Xyloto“ ist eine Fortsetzung von „Viva La Vida Or Death And All His Friends“. Immerhin waren auch die Rahmenbedingungen für die Entstehung der beiden Alben ähnlich: gleiches Studio, dieselben Produzenten und Berater, sowie ein unverändert besessener Anspruch, Songs zu schreiben, die sich hervorragend zum Mitsingen eignen. Besonders gut ist ihnen dieser Anspruch zum Beispiel bei der Single-Auskopplung „Paradise“ gelungen. Der hymnische Refrain ist einfach perfekt zum Mitsingen: „And Dreams Of Para-Para-Paradise, Para-Para-Paradise, Para-Para-Paradise, Oh oh oh oh oh oh-oh-oh (…)“. Und auch sonst ist der Titel ein guter Repräsentant der ganzen CD. Rock- und Pop-Elemente werden gekonnt gemixt: Gitarren, E-Pianos, Streicher kommen gleichberechtigt zum Einsatz, sowohl akustisch, als auch elektronisch verstärkt und verfremdet. Im langsameren „Up In Flames“ rückt eine weitere, große Stärke von Coldplay in den Vordergrund: der ausdrucksstarke, gefühlvolle Gesang von Chris Martin. Wie kaum ein anderer schafft er es, unmittelbar melancholische Atmosphären zu schaffen. Vereinzelt klingt seine Stimme sogar etwas weinerlich. Bei diesem markanten Ausdruck scheint es zunächst etwas verwunderlich, dass sich die Band für den Song „Princess Of China“ ausgerechnet die Pop- und R’n’B-Künstlerin Rihanna als Duett-Partnerin ausgesucht hat. Schließlich zeichnet sie sich auch durch die ganz besondere Klangfarbe ihres Gesangs aus. Zwei so unterschiedliche, ausdrucksstarke Stimmen – kann das gemeinsam gut klingen? Es kann! Sie werden absolut positiv erstaunt sein, wie großartig sich die Beiden bei dem Lied ergänzen. Eine super Idee und somit eine wirklich starke, melodische Pop-Rock-Nummer!

 

Chris Martin sagte kürzlich, die Herausforderung 2011 bestünde darin, sich abzugrenzen und eigenständig zu klingen. Diese haben sie mit „Mylo Xyloto“ definitiv gemeistert. Zwar ist das musikalisch alles nichts Neues, aber die Fans werden die CD trotzdem lieben. Schließlich ist es heutzutage geradezu erfrischend, wenn Künstler die Musik produzieren, die wir von ihnen erwarten. Ob Coldplay mit diesem Album allerdings Musikliebhaber begeistern können, die mit den vorherigen Platten der Band schon nichts anfangen konnten, ist zu bezweifeln.

 

 

Anspieltipps:
„Every Teardrop Is A Waterfall“lebt von einer prägnanten Synthie-Melodielinie, die im Laufe des Songs von der E-Gitarre übernommen wird. Cooler Song mit echter Ohrwurmgarantie!
„Hurts Like Heaven“richtig fröhliche, schnelle Nummer zum Mittanzen. Das passt eigentlich so gar nicht zum Song-Inhalt, schließlich geht es um Schmerzen und Waffen.
„Major Minus“

ziemlich rockig, mit dominanten Gitarren. Erinnert klanglich an die Anfangszeiten von Coldplay.


Und so bewertet L. Müller aus Berlin die CD:

Wer Coldplay mag, wird "Mylo Xyloto" lieben! Die CD ist echt klasse und kann ich echt
gut empfehlen!!! Wer Fan ist - ein MUST HAVE...! :-))

 

Das sagt U. Albrecht-Fritz aus Vetschau zu "Mylo Xyloto" von Coldplay:

Ich höre mit großer Begeisterung die neue Platte von Coldplay. Mit ihrem außergewöhnlichen Namen "Mylo Xyloto" und ihrem knallbuntem Cover springt sie einem sofort ins Auge, und auch die neuen Songs der Briten können sich hören lassen.
Der Sound ist zwar ein wenig flacher und weniger abwechslungsreich als beim letzten Album und generell präsentieren sie nicht gerade viel Neues. Man kann sagen, Coldplay haben sich eingerichtet in ihrer Welt aus stadiontauglichen Bombast-Songs, bei denen sich die dingelnden Gitarrenriffs und Refraintitel schon nach zweimaligem Hören tief ins Gehör eingraben und einfach nicht mehr gehen wollen! Und dennoch fühlt sich die Coldplay-Musik immer wieder harmonisch und optimistisch an, die Lyrics sind einfach, aber ehrlich und so bleiben Charme und Mitsingfaktor der sympathischen Band erhalten.
Für mich die mitreißendsten Anspieltipps: Hurts Like Heaven, Every Teardrop Is A Waterfall, Charlie Brown und natürlich [Para-Para-]Paradise. Einfach nur schön.