David Guetta -  "Nothing But The Beat"
CD-Check

David Guetta - "Nothing But The Beat"

Der französische Erfolgs-DJ David Guetta ist der Mann der Stunde. Er produziert DEN zeitgemäßen Sound, der zur Zeit in den Clubs und Radios auf der ganzen Welt gespielt wird. Jetzt veröffentlicht er seine neue heiß ersehnte fünfte Studio-Platte: eine Doppel-CD mit an sich zwei verschiedenen Scheiben: ein „Vocal Album“ mit zwölf von jeder Menge Stars gesungenen Hits und ein „Electronic Album“ mit zehn rein instrumentalen Club-Titeln.

Bereits im Alter von 14 Jahren veranstaltete David Guetta, der 1967 in Paris geboren wurde, Schulpartys in seinem Keller. Mit 17 durfte er dann sogar schon in den Clubs der französischen Hauptstadt auflegen. Ende der 80er eröffnete der DJ seine eigene Diskothek. Auch wenn 1994 seine erste Single „Up & Away“ herauskam, beschäftigte er sich zu diesem Zeitpunkt vor allem mit dem Auflegen in den Clubs. Tatsächlich arbeitete Guetta erst 2000 wieder an eigener Musik und das erste Album „Just A Little More Love“, das es in Frankreich immerhin bis auf Platz Sechs der Charts schaffte, erschien dann 2002. Auch international sorgte er mit der CD, bei der Sänger Chris Willis („Love Is Gone“) den größten Teil der Gesangparts übernahm, in der Clubszene für Aufsehen. Stetig wuchsen Davids Bekanntheit als DJ, aber auch als Produzent. 2007 wurde er bei den World Music Awards in London zum besten Discjockey der Welt ausgezeichnet und legte ein Jahr später (zusammen mit einigen Kollegen) vor 40.000 Zuschauern im Stade de France, dem größten Stadion Frankreichs, auf. Der endgültige internationale Durchbruch abseits der Clubszene gelang schließlich 2009 mit der Veröffentlichung von „I Gotta Feeling“ (Black Eyed Peas). David ist Co-Autor des Nummer Eins Hits aus den USA und England, und wurde so quasi über Nacht als Hitschreiber bekannt. Seine daraufhin unter eigenem Namen veröffentlichte Single „When Love Takes Over“ (gesungen von Kelly Rowland) verkaufte sich über 3,5 Millionen mal und schaffte es in den deutschen Charts bis auf Platz Zwei, in Großbritannien sogar auf die Eins. Aus dem darauf folgenden Erfolgsalbum „One Love“ stammt auch sein bis heute größter Erfolg „Sexy Chick“ (feat. Akon). Der Song stand nicht nur an der Spitze, er blieb sogar ganze 60 Wochen in den deutschen Charts und ging dabei über sechs Millionen mal über die Ladentheken. So war David Guetta also spätestens 2010 der wohl gefragteste DJ und Produzent auf der ganzen Welt.

 

© Rick Guest
David Guetta

Entsprechend gespannt waren wir auf die neue CD „Nothing But The Beat“, die schon bei Veröffentlichung für Schlagzeilen sorgte: ganze neun Songs aus dem Doppel-Album (das insgesamt 22 Titel enthält) schafften es gleichzeitig in die deutschen Single-Charts. Die meisten davon stammen aus CD Eins, dem „Vocal Album“. Die zwölf Songs (gesungen von Superstars wie Will.I.Am, Chris Brown, Usher, Taio Cruz und vielen mehr) sind mehr oder weniger nach dem Konzept entstanden, das Guetta so berühmt gemacht hat: tanzbare, europäische Elektrobeats gemixt mit dem für Soul- und Black-Music typischen Gesang. Die erste Single „Where Them Girls At“ etwa ist das perfekte Beispiel für diesen Mix. Die computerbasierten Sounds animieren sofort zum Tanzen, der (Sprech-)Gesang der US-Künstler Flo Rida und Nicki Minaj klingt nach ganz typischem amerikanischem R’n’B, die Melodien gehen direkt ins Ohr. Beim ersten Hören erinnert der Song sehr an den großen Hit „Sexy Chick“ und genau da lag die Herausforderung bei der Produktion von „Nothing But The Beat“. Sein Sound ist so populär und quasi zum Standard geworden, dass es inzwischen unglaublich viele Nachahmer gibt.

Die neuen Songs sollten nun zwar wieder unverkennbar nach David Guetta klingen, aber trotzdem etwas Neues und Innovatives bieten. Bei „Without You“ gelingt ihm das zum Beispiel sehr gut. Zwar sind die musikalischen Zutaten eigentlich die gleichen (cooler Dance-Beat , beeindruckend gesungene Melodielinie). Da allerdings der Elektro-Sound wesentlich präsenter ist, entsteht der Eindruck eines eindeutig von Guetta geschaffenen Instrumentalsongs mit eigenständiger Melodieführung, der sich Ushers Gesang aber unterordnen muss und nicht umgekehrt. „Little Bad Girl“ ist das Paradebeispiel dafür, welche ganz eigene, starke Ausdruckskraft die puren Elektrostücke haben können. Hören Sie sich einfach einmal die Version ohne die Gesangsparts von Taio Cruz und Ludacris an: vermissen Sie die beiden wirklich? Zu finden ist diese Version zusammen mit 9 weiteren neuen Songs (ohne Sänger) auf CD 2, dem „Electronic Album“. Mit ihm wollte David vor allem seinen Fans in der Clubszene gerecht werden, die den DJ gerade aufgrund seiner Synthesizer-lastigen Instrumental-Musik verehren. Allen anderen zeigt er mit dieser Platte, wo seine Wurzeln liegen. „Lunar“ etwa ist eine wahnsinnig kraftvolle Dance-Nummer, bei der Stillsitzen einfach absolut unmöglich ist. Die intensiven Bass-Schläge und die stetig von der Intensität her zu- und abnehmende Melodie zwingen förmlich auf die Tanzfläche.

 

„Nothing But The Beat“ ist ein tolles, umfangreiches Album, das zeigt, warum David Guetta mit Recht der zurzeit angesagteste DJ und Produzent weltweit ist. Seine Musik trifft absolut den aktuellen Geschmack, die Stars geben sich auf der CD die Klinke in die Hand und Guetta setzt mit seinem Gespür für zeitgemäße Sounds Trends für die Weiterentwicklung der Pop- und Dance-Musik. Das mag nun nicht immer sonderlich überraschend sein, ist dafür aber richtig genial gemachte Partymukke. Wenn Sie auf aktuelle Hits stehen, kommen Sie an David Guetta einfach nicht vorbei!

 

 

Anspieltipps:
"Titanium":keine offizielle Single, davon ließen sich die Fans allerdings nicht beeindrucken und kauften sich den Titel so oft im Internet, dass er zum zunächst einmal erfolgreichsten Hit des Albums wurde. Die Sängerin Sia ist übrigens ein absoluter Geheim-Tipp und eine super Songschreiberin
"Night Of Your Life":kraftvolle Nummer mit Sängerin Jennifer Hudson. Hier steht die tolle Stimme der Künstlerin im Vordergrund, die Musik unterstützt den Ausdruck den Gesang perfekt
"Crank It Up":

ist nach „Sexy Chick“ wieder ein Song mit Akon. Die Stimme des amerikanischen R’n’B-Sängers und die Beats von Guetta passen einfach ideal zusammen.

 

Und so bewertet F. Laschet aus Brandenburg bewertet die CD

Eigentlich hatte ich David Guetta positiv im Kopf. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich die CD in der Hand hielt. Leider war die Freude nach dem ersten Hören auch schon wieder vorrüber. Auch wenn es unterschiedlichte Tracks mit verschiedenen Interpreten sind, hat man die ganze Zeit das Gefühl, man hört immer wieder den gleichen Titel. Die Musik ist leider sehr eintönig. Schade mein Bild ist nach der CD natürlich nun ein anderes.